Pretty in Pink Inc.

 

 ... dachten wir doch immer, die Zeit der grottigen Höhlen sei vorbei - wir wurden eines Besseren belehrt. 'Möchtegern-Trance-Elektro-Geschrammel' ertönte aus den watt-lastigen Boxen, die die Herzen der schreienden Meute höher schlagen liessen. Was auch immer der hoch angepriesene DJ De La Torre aus London (Resident DJ vom Club Heaven, UK) spielte, es reichte, um zu wissen, wie sich eine Grossraumdisco selbst in einer so grandiosen Weltstadt wie London anfühlte, bei der die Masse abgefertigt wird und nicht auf die Bedürfnisse der Minderheiten unter den Minderheiten eingegangen wird.

 

Schön...der Jägermeister war für eine kurze Zeit unser bester Freund... bedauerlichweise....oder sagen wir "KEIN WUNDER", wir waren ja auch nicht im Trend. Wir werden das Gefühl nicht los, dass wir für die anderen Feierfreudigen im Docks wie deplatzierte Aliens mit grossen hypnotisierten Kreiselaugen aussahen. Herrgott, wir haben es versucht, uns anzupassen. Immer und immer wieder unsere Haare gegelt, hochgesteckt zu geilen Pornostoppelfrisuren wie es auch Andere erfolgreich tun, aber die fiesen Friesen wollten partout nicht halten, sie entschieden sich für einen Schnittlauchlook. Den Tanzschritt "Step links Step rechts" haben wir ebenfalls versucht, einzustudieren, doch kläglich gescheitert. Die Motorik unserer Beine hatten andere Pläne gehabt als unser Wille. Wat für'n Scheiss, jetzt kann man noch nicht mal seine eigenen Gliedmassen steuern!

 

Zurück zum Pink Inc. Abend: was sollen wir sagen? Die Hoffnung auf Besserung schwand mit jeder Minute und mit jeder Flasche Bier. Als uns draussen auch noch 3 "aggressive Schwuppen", wie sie sich selbst nannten, blöd vor dem Docks anpöbelten, war das Mass voll. Spontan entschieden wir uns, der Washington Bar einen Besuch abzustatten. Von da an nahm das Verhängnis seinen Lauf (---> Washington Bar, illegale Elektroparty am Hafen & Frühclub "HALO"), bis wir am späten Morgen durchgetanzt und verschwitzt, aber glücklich im Bett lagen. 

 

Danke lieber Gott, dass manche Dinge so sind, wie sie sind und, dass man immer die Möglichkeit hat, zu wählen, um aus einer prekären Situation herauszukommen. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Zikadenklaenge (Samstag, 26 Juli 2008 12:26)

    Jeder Tag ist die Summe von Möglichkeiten die uns dargeboten werden. Auch hier geht es wie so oft nur darum sie zu erkennen und den Moment zu nutzen.
    Viele Leute reden darüber was ihn alles versagt geblieben ist, ohne sich darüber im klaren zu sein lediglich zugreifen zu müssen... Wer jedoch nicht sieht...

    LG


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