17.11.2008 - Spice Up Your Life! Die neue Biodroge ist auf dem Vormarsch.

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Kräuter zum Kiffen

Spice, eine neue, noch legale Droge, verspricht den Vollrausch. Nur offizielle Stellen sind noch nicht angefixt - und Nebenwirkungen und Langzeitschäden unerforscht. VON JULIANE TIMM


Die Verpackung sieht aus wie ein kleiner Teebeutel, der Inhalt verspricht pure Entspannung, der Name ist Spice, "Gewürz". Doch die Mischung ist alles andere als ein Beruhigungstee. Auf der Verpackung steht ein Hinweis, dass Spice zum Räuchern konzipiert wurde und nicht oral aufgenommen werden sollte.

Die Inhaltstoffe sind unter anderem blaue Lotusblumen und indischer Löwenschwanz. Alles rein pflanzlich. Seit einigen Monaten ist diese Kräutermischung bereits auf dem Markt und gewinnt täglich neue Liebhaber. Das liegt aber nicht daran, dass Spice so schön duftet, sondern dass die Konsumenten die Mischung gern rauchen.

Wenn es nur ein tabakähnliches Kraut wäre, gäbe es keinen weiteren Grund zur Besorgnis, aber das Ergebnis nach dem Rauchen ist doch gravierender, als man annimmt. Die Wirkungen von Spice sei, laut Konsumenten, ähnlich wie die von Marihuana. Experten befürchten Nebenwirkungen wie Halluzinationen und Verwirrtheit.

Da diese Mischung nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, ist sie vorerst frei verkäuflich. Die Angst, dass auch Jugendliche nun von dem Rauschmittel angelockt werden könnten, ist groß. Legal kiffen, und das auch noch zu Taschengeldpreisen! Bereits ab 4,50 Euro gibt es die Mischung im Internet für jedermann zu kaufen.

Ist das das Aus für Marihuana? Wird Spice die neue Biodroge? Viele Drogenbeauftragte können mit dem Begriff Spice bisher nur wenig anfangen. In der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz im Bereich Drogen und Sucht in Berlin ist man ebenfalls ratlos. Herr Matthias Apel, Ansprechpartner für "Grundsatzangelegenheiten legale Drogen" äußerte sich zum Thema: "Spice? Damit kennen wir uns hier noch gar nicht aus. Wir kümmern uns mehr um legale Drogen wie Alkohol."

Sogar die Polizei ist machtlos. Der Drogentest beweist es: Das Ergebnis ist negativ. Drogenberater warnen also nachdrücklich vor Spice-Konsum. Man weiß einfach zu wenig über die Inhaltsstoffe, die Nebenwirkungen oder ob der Missbrauch Langzeitschäden mit sich bringt. Eines ist schon bekannt: Die ersten Spice-Raucher sind bereits in Therapie.

Quelle: http://www.taz.de

 

 

03.05.2008 - Schlauer, Schöner, Schneller - die gedopte Gesellschaft


Eine Auswahl an Tabletten. © picture-alliance/ dpa/dpaweb Fotograf: Heiko Wolfraum
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Wacher und konzentrierter. So fühlte sich Wissenschaftler Nicolas Langlitz, als er seine Doktorarbeit zu Ende schrieb. Der Grund: Langlitz nahm  zeitweise Modafinil ein. Das Medikament wird eigentlich zur Behandlung von Narkolepsie (Schlafkrankheit) verschrieben. Aber es lässt nicht nur Kranke kürzer schlafen – Gesunde bleiben länger wach.

"Enhancement" nennen es die Forscher, wenn gesunde Menschen mit Medikamenten versuchen, ihre Leistungsfähigkeit über das normale Maß hinaus zu steigern.

Schulkinder machen Ritalin-Kuren vor dem Abitur. Studenten heben ihre Laune mit Antidepressiva. Banker verändern ihr Anlageverhalten mit Hormonen. Immer öfter nehmen Gesunde Medikamente, damit es ihnen - noch - besser geht.

Panorama über das Für und Wider des "Enhancement".

Quelle: www.panorama.de

Panorama Filmbeitrag vom 17.04.2008

 

16.03.2008 - Wenn Sportsucht krank macht!

Der lange Lauf in die Abhängigkeit!

Sportsüchtige verausgaben sich bis zum Umfallen - und kommen ohne ärztliche Hilfe meist nicht mehr hoch. Von Charlotte Frank.

 

Irgendwann glich ihr Leben einem dieser Laufbänder, die einem pausenlos den Boden unter den Füßen wegziehen, wenn man nicht mitläuft. Sie lief mit, sie rannte. Aber das Band raste immer schneller unter ihr weg, bis sie einfach hinten runterfiel. Und am Boden lag. Und nicht mehr konnte.

"Ich war am Ende, mir tat alles weh, aber ohne Hilfe hätte ich nicht aufhören können", erinnert sich Elisabeth H. an diesen Tag im Juli 2006. Ohne Hilfe wäre sie aufgestanden und weitergelaufen, trotz Schmerzen, trotz Krankheit, trotz besseren Wissens. "Wie es eben ist, wenn man süchtig ist", sagt sie und lächelt traurig. Elisabeth H., 25, war sportsüchtig. Jahrelang trainierte sie bis zur völligen Erschöpfung. Nicht, weil sie so viel Spaß am Sport hatte, sondern weil sie nicht anders konnte. Wie ein Alkoholiker, der nicht aus Genuss trinkt, sondern aus einem inneren Zwang. Wenn sie müde war, ging sie trotzdem zum Joggen, zum Yoga, zum Kickboxen. Sie ging, auch wenn sie sich um ihre Familie hätte kümmern sollen, um ihre Freunde, ihren Job.

"Die Süchtigen sind besessen von dem Gedanken, sich bewegen zu müssen, sie vernachlässigen ihre Gesundheit und ihr soziales Umfeld", sagt Jürgen Beckmann, Professor für Sportpsychologie an der Technischen Universität München. Wie bei einer Droge müsse die Dosis ständig erhöht werden, denn der Körper verlange in immer größerer Menge nach dem Botenstoff Dopamin, der nach dem Sport das Gefühl von Zufriedenheit verbreitet. Dabei, sagt er, geht es Süchtigen – im Gegensatz zu Leistungssportlern – nur zweitrangig ums Trainieren. In erster Linie sei Sport in dieser Form eine Bewältigungs- strategie für tiefer liegende Probleme.

Wut, die im Körper steckt

Man kennt das nach schlechten Tagen, wenn man sich beim Tennis die Wut aus dem Körper schlägt oder schwimmt, bis die Müdigkeit das Grübeln erstickt. Diese durchaus sinnvollen Entspannungsmethoden dürfen aber nicht mit Sucht verwechselt werden, bei der das Training für die Betroffenen "zum zentralen Lebensinhalt" wird. So erklären die Psychologen Jörg Knobloch, Henning Allmer und Thomas Schack in dem Buch "Nicht nur Drogen machen süchtig" die Sportsucht. "Das sportbezogene Verhalten kontrolliert die Person, nicht umgekehrt", beschreiben sie den Zustand.

Weiter lesen:

http://www.citysports.de/deutschland/magazin/art_red.php4?ArtNr=235&stadtb=

 


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